Museen 24.de
Museen in Deutschland
Ein Museum ist eine Institution, die eine Sammlung interessanter Gegenstände für die Öffentlichkeit ausstellt. Meistens wird heute von den Besuchern ein Eintrittsgeld erhoben, das dem Erhalt der Sammlung und der Anlage zugute kommt; oftmals ist es an einem Tag in der Woche oder wenigstens zu bestimmten Stunden eines Tages möglich, einzelne Museen unentgeltlich zu besuchen. Ziel eines Museums ist es, Gegenstände aus zumeist vergangenen Zeiten zu einem bestimmten Thema fachgerecht und dauerhaft aufzubewahren und den Besuchern in Dauer- oder Wechselausstellungen zugänglich zu machen. Der Deutsche Museumsbund macht in seiner Definition von 1978 noch weitere Einschränkungen: so darf ein (öffentliches) Museum keine kommerzielle Struktur aufweisen, muss fachlich geleitet und wissenschaftlich betreut werden. In gängigen Lexika wird unter dem Begriff Museum meist auf die Aufgaben Sammeln, Bewahren, Wiederherstellen, Erforschen und Vermitteln verwiesen. Heute leiden fast alle Museen unter Budgetknappheit. Die obige Definition sollte daher kein Hindernis sein, durch ansprechende Präsentationen bzw. Ausstellungsräume genügend Publikum "anzulocken". In gewisser Weise müssen Museen auch dem Zeitgeschmack Rechnung tragen und den Besuchern eine klare Struktur, Querverbindungen und auch die Möglichkeit zu eigenem Tun bieten. Vielfach ist deshalb u.a. ein Museums-Shop angeschlossen. Die Gegenstände, die in Museen bewahrt und gezeigt werden, sollen nach der Überzeugung der Wissenschaft in Deutschland Zeugnisse aus der Geschichte der Menschheit sein. Sie sollen den Ablauf unserer historischen, technischen, soziokulturellen, unserer physischen, psychischen und philosophischen, aber auch unserer künstlerischen Entwicklung aufzeigen. Dennoch kreieren z.B. Technische Museen eine neue "Mode", indem sie die ausgestellten historischen Exponate reduzieren - zugunsten einer besseren Didaktik durch Aktivierung der Betrachter. Eine Sonderform der "normalen" Museen stellen in diesem Sinn die Kindermuseen dar, in denen weniger historische Kostbarkeiten präsentiert werden, sondern Exponate, die Kindern Spaß machen, sie zum Staunen bringen und spielerisch Wissen vermitteln (z.B. das lebensgroße, begehbare Modell einer menschlichen Zelle). Museen gingen oftmals aus fürstlichen Kunstkammern oder speziellen Kunstsammlungen hervor. In nur einigen Städten im deutschen Sprachgebiet kam es im 19. Jahrhundert zu bürgerlichen Neugründungen: Kunstmuseum Basel (das aus dem bürgerlichen Amerbach-Kabinett hervorging), Kunsthalle Bremen, Städelsches Kunstinstitut in Frankfurt, Hamburger Kunsthalle, Kunsthalle Wien etc. Vielfach sind jedoch Vereine - in kleinerem Stil bzw. für lokale Gegebenheiten tätig geworden, z.B. Bezirks- oder Bergbaumuseen. Das Institut für Museumskunde (IfM) ist eine bundesweit tätige Forschungs- und Dokumentationseinrichtung im Bereich des Museumswesens. Das IfM gibt unter anderem eine jährliche Museumsstatistik heraus, besitzt eine umfangreiche Spezialbibliothek und ist an zahlreichen (internationalen) Forschungsprojekten beteiligt. Das IfM ist eine Einrichtung der Staatlichen Museen zu Berlin in Trägerschaft der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und somit indirekt eine Einrichtung des Bundes. Freilichtmuseen wurden schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Skandinavien errichtet. Das schwedische Freilichtmuseum "Skansen (http://www.skansen.se/ty/)" in Stockholm, gegründet 1891, war der Ausgangspunkt für alle anderen europäischen Freilichtmuseen. Das erste zentrale Freilichtmuseum Dänemarks wurde 1901 in Lyngby bei Kopenhagen und das der Niederlande 1912 in Arnheim gebaut. Der erste deutsche Versuch zur Gründung eines größeren Freilichtmuseums geschah 1909 in Königsberg, doch die in diesem Museum erstellten Bauernhäuser waren keine versetzten Originalgebäude, sondern nur Rekonstruktionen aus verschiedenen Landschaften Ostpreußens und Litauens. 1940 wurde dieses Museum wieder demontiert und nach Hohenstein gebracht, wo es heute als Teil des dortigen Polnischen Freilichtmuseums besucht werden kann. Das Museumsdorf Cloppenburg (Cloppenburg in Niedersachsen) ist zur Zeit das größte Museumsdorf Deutschlands mit 53 Häusern. Es ist, 1934 angelegt, heute das älteste Freilichtmuseum Deutschlands und wird jährlich von ungefähr 250.000 Personen besichtigt. Ähnlich groß ist das Ecomusee d'Alsace (Freilichtmuseum des Elsass) in Ungersheim bei Mulhouse mit 70 Gebäuden. Berlin bietet mit mehr als 200 Museen, Sammlungen und Archiven eine der bedeutendsten und vielfältigsten Museumslandschaften der Welt. Von A wie Abgußsammlung antiker Plastik bis Z wie Zuckermuseum findet man alles, was Menschen in Vergangenheit und Gegenwart beschäftigt hat: Alltagskultur und hohe Kunst, Technik und Natur, fremde Kulturen und Kiezgeschichte. Dazu bietet die Stadt jedes Jahr zahllose Ausstellungen, die anregen wollen, Bekanntes mit neuen Augen zu sehen. Der Museumspädagogische Dienst Berlin (MD Berlin) hat es sich zur Aufgabe gemacht, allen Berlinern und Berlinerinnen und den Gästen der Stadt einen Weg durch die Museumslandschaft zu bahnen, Interesse zu wecken, Türen zu öffnen. Wir tun dies mit einem breit gefächerten Bücherangebot, mit Veranstaltungen, Führungen und Museumsfesten, mit Ausstellungen und einem umfassenden Informationsangebot, nicht zuletzt auch im Internet.